6th - Apr - 2016

Grau lohnt sich nicht!

Graphic of profiles of two people with a lightbulb above them

 
Man muss nicht wissen, wie SMS mechanisch funktionieren, um welche schicken zu können, aber ein paar Grundkenntnisse zu haben, ist nie verkehrt. Wie auch bei Autos macht ein bisschen Grundwissen einen informierten Kunden aus. Einer dieser grundsätzlichen Fakten, die man in Sachen SMS kennen sollte, ist das Routing, und in der Telekommunikation gibt es drei Arten davon. In diesem Artikel befassen wir uns eingehender mit der grauen Route und erklären kurz die anderen beiden Routen, weiß und schwarz.

Eine weiße Route ist eine legitime, vom Betreiber völlig gebilligte Route, über die der Abonnent, an den man die SMS schickt, bedient wird. Wenn man zum Beispiel einem Sprint-Abonnenten durch eine Verbindung direkt zu Sprint eine Nachricht schickt, dann wäre das eine weiße Route. In diesem Fall wird Sprint entweder vom Abonnenten oder vom Sender der Nachricht (oder beiden) bezahlt, und alle sind zufrieden.

Eine schwarze Route ist genau das Gegenteil; diese Route versucht, Dritte beim Versuch, eine Nachricht zu senden, zu betrügen. Wie der Name vermuten lässt, sollte man diese Routen nie verwenden, da sie häufig von Anbietern betrieben werden, denen man nicht trauen sollte, die illegal oder von schlechter Qualität sind. Ein Beispiel hierfür wäre, einem Sprint-Abonnenten von einem Netzwerk in einem weit entfernten Land eine SMS zu schicken, während man vorgibt, Vodafone zu sein. Hier schickt Sprint eine Rechnung an Vodafone, welches sie wahrscheinlich nicht bezahlen wird (da Vodafone keine Aufzeichnung über diese gesendete SMS hat), also wird niemand bezahlt, und alle sind unzufrieden.

Die dritte Kategorie ist die graue Route. Diese Routen nutzen die Tatsache aus, dass es in den Anfangstagen der Mobiltelefonie (ehe SMS so groß wurden) unter den Betreibern die Regel gab, dass der Sender der Nachricht alle Einnahmen behielt, d.h. der empfangende Betreiber wurde nicht dafür bezahlt, dass er seinen Kunden eine SMS zustellte. Anfangs funktionierte das auch, aber mit dem zunehmenden Volumen der A2P-Nachrichten fiel den Mobilnetzbetreibern (MNB) auf, dass sie mit SMS Geld verdienen konnten, und sie begannen damit, indem sie mit anderen Betreibern vereinbarten, dass diese sie dafür bezahlen würden, einem ihrer Kunden eine SMS zuzustellen (wer mehr wissen möchte, sollte sich AA19- oder AA60-Vereinbarungen ansehen). Eine graue Route ist legitim, aber der Sender behält alle Einnahmen ein, und der Netzbetreiber des Abonnenten bekommt nichts. Weil der Netzbetreiber des Abonnenten an dieser SMS auch etwas verdienen möchte, werden graue Routen oft ohne Vorankündigung blockiert und können von Firewalls der Betreiber gefiltert werden. Deshalb empfiehlt es sich nicht, graue Routen zu benutzen. Ein Beispiel hierfür wäre eine SMS, die von einem kleinen Betreiber in Südafrika (z.B. Telkom) an Vodafone UK geschickt wird. Telkom hat keine AA19- oder AA60-Vereinbarung mit Vodafone UK und könnte demnach die Nachricht senden, ohne zu bezahlen, bis Vodafone es merkt und darauf besteht, dass eine Vereinbarung unterzeichnet oder der Verkehr blockiert wird.

Warum werden graue Routen benutzt? Ganz einfach: wegen augenscheinlicher Einsparungen. Gebilligte Routen kommen mit höheren Kosten, da sie zwischen MNB-Partnern und von Aufsichtsbehörden rechtlich anerkannt und mit einer vereinbarten finanziellen Regelung behaftet sind, die Gebühren und Tarife beinhaltet. Graue Routen sind legal, aber generell nicht gebilligt, und obwohl sie anfänglich Geld sparen, bringen sie Risiken mit sich, die zu höheren Kosten führen können. Zunächst wäre da das ständige Risiko, ohne Vorankündigung blockiert zu werden. Das zweite ist die hohe Ungewissheit der Zustellung; da der Betreiber die Route nicht als legitim anerkennt, gibt es keine Garantie für Zustellung oder Latenz. Und abschließend wird die Leistung beeinträchtigt. Da niemand auf die Nutzung einer nicht gebilligten Route aufmerksam machen möchte, wird der SMS-Provider den Verkehrsfluss durch die Route so drosseln, dass der Netzbetreiber keinen Verdacht schöpft, was die Zustellung der Nachrichten verlangsamt.

Mobilnetzbetreiber wissen, dass graue Routen benutzt werden, und haben bis jetzt den daraus entstehenden Einnahmenverlust von 5-10% hingenommen, aber aktuelle Untersuchungen zeigen, dass SMS-Provider, die mit Hilfe grauer Routen Gebühren umgehen wollen, viel höhere Prozentsätze an verlorenen Einnahmen ausmachen.

Was wird getan, um die Nutzung grauer Routen zu unterbinden? Mobilnetzbetreiber nehmen verstärkt Änderungen an ihren Netzwerken vor, um graue Routen in ihren Netzen zu verhindern sowie zu ermitteln und zu schließen. Immer mehr Netzwerke werden abgeschottet, aber es gibt einen anderen Weg, dagegen vorzugehen, und zwar die Einführung fairer Vorabkosten, die wirtschaftlich vertretbar sind, so dass SMS-Provider gar nicht mehr versucht sind, das System zu umgehen, sondern angenehme Marktteilnehmer werden. Das Konsortium der Mobilnetzbetreiber weiß, dass es enger zusammenarbeiten und für alle Seiten akzeptable Preise erarbeiten muss, um graue Routen wirksam zu unterbinden und den SMS-Verkehr komplett auf „On-Net“-Zustellung umzuleiten. Das würde zu einem besseren Service insgesamt führen, von der SMS-Zustellung bis zur Reduzierung von Spam.

Der Erschwinglichkeitsindex für A2P-SMS (in diesem Artikel einfach als Index bezeichnet) wurde in Partnerschaft mit Ovum, Anam und Mblox ausgearbeitet und im Ovum-Bericht „Sustaining A2P SMS Growth While Securing Mobile Networks“ 2015 veröffentlicht. Der Index nutzt die Elastizitätstheorie zur Berechnung einer Preisspanne, mit deren Hilfe ein MNB (Mobilnetzbetreiber) den optimalen Preis festlegen kann, um Kunden zum Senden von A2P-SMS zu ermutigen und gleichzeitig die eigenen Erträge zu optimieren. Wenn die Nachfrage elastisch ist, erhöht eine Preissenkung den Verkehr und damit die Einnahmen; wenn die Nachfrage nicht elastisch ist, ändert eine Preissenkung nichts am SMS-Aufkommen, was zu einem Einnahmenrückgang führt. Das heißt, wenn die Nachfrage elastisch ist, steigen die Einnahmen, ist die Nachfrage unelastisch, sinken sie.

Der Index erlaubt es MNBs, die Auswirkung auf ihre Einnahmen zu kalkulieren, indem sie Werte für die Erhöhung oder Senkung ihrer A2P-SMS-Preise eingeben, um ihren optimalen A2P-SMS-Preis zu finden. Mit dem Index kann ermittelt werden, welche Preisnachfrage innerhalb eines spezifischen Marktes elastisch ist, so dass ein MNB modellieren kann, wie Preiserhöhungen oder -senkungen seine Einnahmen beeinflussen. Mit Hilfe des Indexes können Betreiber die Preise ohne großes Rätselraten steuern, um den Marktanforderungen zu entsprechen.

Mblox ist der größte unabhängige Cloud-basierte Mobile Messaging Provider der Welt, dem mehr Unternehmen ihren erfolgskritischen Verkehr anvertrauen als irgendeinem anderen Anbieter. Um mehr zu erfahren, kontaktieren Sie uns unter sales@mblox.com.

Telecoms.com, “Carriers losing tens of millions of Euro to “grey routes””

Telecoms.com, “Operators told billions lost from grey routes messaging”

Ovum Report – Sustaining A2P SMS Growth While Securing Mobile Networks

Originally posted on mblox.com

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