10th - Jan - 2017

Der Versand von A2P-Kurzmitteilungen wächst, doch der Missbrauch des Dienstes gefährdet das Vertrauen der Verbraucher in die Plattform

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Der A2P-Markt wird voraussichtlich wachsen, aber wir sollten das Vertrauen der Verbraucher auf der Plattform nicht als selbstverständlich ansehen.

 

Laut Telefonica werden jährlich 8,3 Billionen Kurzmitteilungen versendet. Zudem verwenden auch Unternehmen zunehmend Kurzmitteilungen als Schlüsseltechnologie, um Kunden zu gewinnen. Banken, Arztpraxen, Medienunternehmen und gemeinnützige Organisationen verwenden alle Application-to-Person (A2P) SMS als den effektivsten Übertragungsweg.

 

Und das hat auch einen guten Grund. In einer Welt, die sich immer mehr durch digitale Interaktion auszeichnet, in der die Momente der Verbraucheraufmerksamkeit immer geringer wird, bietet der Versand von Kurzmitteilungen zwei wichtige Aspekte – Zweckmäßigkeit und Leitungsvermittlung. Oftmals haben Studien von Dynmark gezeigt, dass SMS eine Öffnungsrate von 98 Prozent besitzen. SMS-Nachrichten stellen bezüglich Informationsquellen den Testsieger dar.

 

Und während es sicherlich eine Verschiebung in Richtung von Nachrichtenanwendungen wie WhatsApp und Facebook Messenger als eine umfassende Peer-to-Peer-Alternative gibt, wächst der Gebrauch von A2P-Kurzmitteilungen gleichermaßen. Das Analyseunternehmen mobleSQUARED prognostiziert, dass der A2P-Markt bis 2020 einen Wert von 58 Milliarden $ wert sein wird (beginnend von einem Wert im Jahre 2015 von $ 12.88 Milliarden).

 

Was die mobileSQUARED Studie besonders interessant macht ist, dass diese ungewöhnlich konservativ ausfällt. Es sieht das Wachstum vor, basierend auf der Bereitstellung der Mobilfunkbetreibern einer Erlössicherungs-Plattformen, um die grauen Routen zu schließen und nicht das Marktwachstum durch Geschäftstätigkeiten in den neuen vertikalen Sektoren einzuleiten, deren Marktwachstum in Ländern stattfindet, die keine „Spitzenreiter“ hinsichtlich Mobilgeräte oder der Innovation neuer Technologiebereiche, wie IdD, sind. Dies hebt die allgemeinere Problematik von Betrug im Ökosystem bezüglich des Versands von Kurzmitteilungen hervor.

 

Graue Routen, die auf den entsprechenden P2P [Person to Person] Betreibernetzen betrügerischer Weise verwendet werden, sind ein Aspekt, aber es gibt viele andere Arten von Missbrauch des Dienstes, die von der technischen Nutzung von Schwachstellen in einem bestimmten Netzbereich bis zu der direkten Manipulation von Verbrauchern reichen.

 

Die Verbreitung von Spam

 

Vielleicht noch besorgniserregender ist die Verbreitung von Spam und SMiShing (SMS Phishing), welches sowohl in bei Kurzmitteilungen als auch bei Chat-Apps an der Tagesordnung stehen.

 

Zu Beginn dieses Jahres veröffentlichte die Welthandelsorganisation MEF den Betrugsbericht hinsichtlich der Handy-Nachrichten für das Jahr 2016. Sie stellte fest, dass mehr als ein Viertel der Verbraucher (28 Prozent) eine unaufgeforderte SMS-Nachricht täglich und 58 Prozent wöchentlich empfangen.

 

Innerhalb von Messaging-Anwendungen ist das Problem etwas weniger verbreitet, nur 26 Prozent der Chat-App-Nutzer erhalten eine unaufgeforderte SMS jeden Tag, während 49 Prozent der Nutzer mindestens einmal pro Woche eine erhalten.

 

Während die meisten der unerwünschten Kurzmitteilungen nicht viel mehr als eine Belästigung darstellen, da sie die Benutzer über ein unerwünschtes Angebot oder eine Dienstleistung benachrichtigen, zum Beispiel 33 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie eine SMiShing Nachricht erhalten haben, die diese aufruft, persönliche Daten, wie Bankdetails oder Passwörter für Online-Dienste mitzuteilen.

 

MEF schätzt, dass SMiShing schätzungsweise 680 Millionen $ zu den jährlichen Kosten für Betrug von 2 Milliarden $ beiträgt, die derzeit von Mobilfunkbetreibern und Verbrauchern getragen werden. Es ist auch interessant zu bemerken, dass, obwohl der SMS-Kanal das höchste tägliche Auftreten von unerwünschten Nachrichten verschreibt, dieser jener ist, dem mit 35 Prozent am meisten vertraut wird, gegenüber 28 Prozent, die am meisten dem Versand von Kurznachrichten durch Anwendungen vertrauen und nur 18 Prozent, die Plattformen wie Facebook, Yahoo und Skype an erste Stelle gesetzt haben.

 

Dies ist sehr wahrscheinlich, weil der Anteil von Spam-Nachrichten immer noch weniger als ein Prozent des Gesamtvolumens von Nachrichten darstellt. Vor allem, wenn dies mit fast 50 Prozent bezüglich des E-Mail-Versands verglichen wird, stellen die Kurzmitteilungen immer noch einen sauberen und leistungsfähigen Kanal dar.

 

Die Kostenkorrelation

 

Es ist auch wahr, dass es eine hohe Korrelation zwischen den Versandkosten von Nachrichten und die Menge an Spam und Missbrauch des Kanals gibt. Zum Beispiel könnte man argumentieren, dass der Grund für die geringen Mengen an Spam in Deutschland und Frankreich in direktem Zusammenhang mit Folgendem steht:

 

  1. Die Kosten für den Versand einer Nachricht auf legitime Wege sind zu hoch
  2. Die hohe Wirksamkeit von lokalen Betreibern in diesen Ländern, um graue Routen zu blockieren und Spam zu filtern.

 

Im Gegensatz zu Indien, Nigeria und Südafrika, wo die Kosten für den Versand von Nachricht relativ gering sind und obwohl diese Netzwerke verbessert werden, sie seit jeher weniger geschützt sind. Zur gleichen Zeit, ist es weniger wahrscheinlich, dass Verbraucher in vielen Ländern, in denen die Mobiltelefonie erst später eingeführt wurden, keine E-Mail-Adressen besitzen und daher wird der Versand von SMS anstelle des E-Mail-Marketings verwendet.

 

Ein Mangel an Kosten kann dafür der Grund sein, warum 72 Prozent der Nutzer in der Studie unerwünschte Nachrichten von Nachrichten-Anwendungen wie WhatsApp erhalten haben. Noch gibt es keine offizielle Anwendungsprogrammierschnittstelle für den Versand von Nachrichten an den Verbraucher, auf vielen dieser Plattformen durch Unternehmen. Dies zeigt, dass die Schwächen in den Person-to-Person-Anwendungen missbraucht werden, um im Namen von Unternehmen Nachrichten zu versenden.

 

Außerdem müssen Anwendungen zum Versand von Nachrichten mit Vorsichtig verwendet werden, wenn diese für eine legitime Unternehmenskommunikation dienen sollen und nicht als Push-Benachrichtigungen abgestempelt werden möchten, da übereifrige Vermarkter diesen Kanal bereits in den Dreck gezogen haben und dem nur noch 16 Prozent der Verbraucher vertrauen.

 

Aber es gibt eine Reihe von Dingen, die getan werden kann, um Betrug und Spam über alle Kanäle hinweg zu reduzieren:

 

  • Erstellen Sie einen globalen Shortcode, eine lange Nummer oder E-Mail, die verwendet werden kann, um unerwünschte Nachrichten zu berichten. Je einfacher wir machen gestalten, desto mehr Menschen werden es verwenden. Stellen Sie sicher, dass diese Berichte über das Ökosystem in einer automatisierten Weise geteilt werden, so dass hinsichtlich dieser gehandelt werden kann.
  • Die Betreiber müssen weiterhin SMS- und SS7-Firewalls in ihren Netzwerken installieren, um einen Missbrauch und graue Routen zu verhindern, die für das Versenden von Spam und SMiShing Nachrichten genutzt werden könnten.
  • OTT-Anwendungen müssen Schwächen in ihren Systemen beheben, die den Konten einzelner Benutzer erlauben, große Mengen an unerwünschten Nachrichten zu versenden.
  • Wenn OTT-Anwendungen schließlich den legitimen Nachrichtenversand von Unternehmen an Verbraucher über eine API ermöglichen, müssen diese pro Nachricht für den Dienst abrechnen, um sicherzustellen, dass sowohl die Betrüger als auch übereifrige Vermarkter den Kanal nicht missbrauchen.
  • Es muss eine Lösung gefunden werden, wie Cloud-Nachrichten-Provider besser die Identität von Unternehmen überprüfen können, um sicherzustellen, dass SMiShing Versuche frühzeitig und ständig festgestellt werden.

 

Zwar ist es sehr ermutigend, dass ein Wachstum des A2P-Marktes über die kommenden Jahren erwartet wird, trotzdem können wir das Vertrauen der Verbraucher in die Plattform nicht als selbstverständlich ansehen.

 

Offensichtlich müssen in diesem Bereich Maßnahmen erlassen werden, die das Vertrauen schützen und pflegen sowie ein künftiges Wachstum der neuen vertikalen Märkte und Innovationen in neuen Bereichen der Technologie wie IdD und Maschine-zu-Maschine-Nachrichten ermöglichen.

 

Robert Gerstmann, MD bei CLX Communications

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