10th - Jan - 2017

Die neue Ära mobiler Nachrichten

Graphic of a pencil, diploma and a mortarboard

Heute werden mehr mobile Nachrichten versendet als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Und obwohl das Versenden von SMS bereits vor mehr als 20 Jahren erfunden wurde, scheint sich dieses Textmedium doch am Übergang zu einer neuen Ära zu befinden.

 

Seit Beginn des Jahrzehnts verfolgt die Mobilbranche den Aufstieg von Over-the-top-Nachrichten-Apps (OTT) wie WhatsApp, Facebook Messenger oder WeChat mit zurückhaltendem Interesse. Während noch darüber diskutiert wurde, ob diese Dienste eine Ergänzung oder Bedrohung des SMS-Dienstes darstellen, haben OTT-Apps Kurznachrichten bereits als wichtigstes Medium der P2P-Kommunikation (person-to-person) über alle Bevölkerungsgruppen hinweg abgelöst.

 

Doch ist es keineswegs zu der von einigen prognostizierten vollständigen Verdrängung der SMS durch OTT-Nachrichten gekommen; viel mehr leisten SMS-Nachrichten nun als ausfallssicheres Back-up bei fehlender Netzabdeckung oder OTT-Fragmentierung hervorragende Dienste.

 

Von P2P- zu A2P-Nachrichten

 

Trotz dieses harten Wettbewerbs sind SMS damit aber noch lange nicht am Ende. Zwar geraten Kurznachrichten bei den Konsumenten immer mehr ins Hintertreffen, doch entdecken Unternehmen zusehends ihre Nützlichkeit für sämtliche Spielarten der Kundenbindung – und das aus gutem Grund.

 

Wiewohl Nachrichtenanwendungen immer besser werden, bilden SMS nach wie vor die alleinige weltumspannende und ubiquitäre Nachrichtenplattform, die zudem als einzige über ein ausgeprägtes und weltweit anerkanntes Adressierungssystem verfügt. Es funktioniert auf sämtlichen Handapparaten sowie in allen Netzen und genießt außerdem höchstes Kundenvertrauen. Dadurch eignet es sich auch für alle möglichen auftragsrelevanten und geschäftlichen Kommunikationen.

 

Aufgrund dessen spannen Finanz-, Einzelhandels- und Gesundheitsunternehmen über multiple vertikale Sektoren hinweg SMS-Nachrichten immer stärker für ihre Zwecke ein. In den letzten Jahren wuchs der sogenannte A2P-Markt (application-to-person) beträchtlich. Den Analysten von mobileSQUARED zufolge soll dieser Markt bis 2020 60 Milliarden Dollar wert sein; 2015 betrug sein Wert lediglich 12 Milliarden Dollar.

 

Branchenanalysten sind sich einig, dass A2P auch weiterhin deutlich wachsen wird; einer kürzlich von Credence Research erstellten Prognose zufolge, sollen Unternehmen im Jahr 2017 zwei Trillionen SMS-Nachrichten versenden.

 

Einer der Gründe für den Optimismus rund um A2P-Nachrichten gründet sich auf die Einfachheit, mit der sich SMS mittlerweile integrieren lassen. Für Entwickler ist es absolut unkompliziert, Apps zu erstellen, um Benutzern nur mithilfe von Software Nachrichten zukommen zu lassen. Verhandlungen mit Mobilfunkbetreibern oder Aggregatoren entfallen und durch die Verwendung einer einfachen API in ihren Apps lassen sich SMS-Nachrichten an Benutzer schicken.

 

Diese Unkompliziertheit hat ihren Teil dazu beigetragen, dass A2P-Nachrichten so rasch einen so hohen Stellenwert erlangen konnten. Gemäß dem Mobile Messaging-Bericht der weltweiten mobilen Handelsorganisation MEF aus dem Jahr 2016 erhalten 76 % der Konsumenten Mitteilungen von Bankhäusern, Gesundheitsdienstleistern oder Einzelhandelsunternehmen via SMS, während 65 % Chats nutzen, um mit Firmen zu kommunizieren.

 

Finanzdienstleistungen weisen A2P-Nachrichtungen den Weg

 

Gegenwärtig ist die Finanzdienstleistungsbranche der wichtigste Nutzer von A2P-Nachrichten: 33 % der Konsumenten haben bereits eine SMS von einem Finanzinstitut erhalten. Im Vergleich dazu wurden 17 % von einer Schule, 16 % von einem Gesundheitsdienstleister und stolze 23 % von einem Einzel- oder Online-Händler kontaktiert.

 

Dies lässt sich höchstwahrscheinlich auf zwei Ursachen zurückführen. Einerseits darauf, dass einmalige Passwort-Nachrichten ein wichtiger Bestandteil von Bank-Authentifizierungen sind (beispielsweise bei der Eingabe eines neuen Empfängers). Tatsächlich lässt sich belegen, dass die „Passwortbestätigung“ zu den häufigsten Anwendungen von A2P-SMS zählt und im vergangen Jahr von 30 % der Kunden genutzt wurde.

 

Die zweite wahrscheinliche Ursache für dieses ganze Getexte mit Banken könnte in der Kostenersparnis begründet liegen. Textnachrichten haben beispielsweise in Großbritannien Briefe weitestgehend abgelöst, wenn es darum geht, Kunden darauf aufmerksam zu machen, dass ihr Überziehungsrahmen erreicht wurde. Schon die Möglichkeit, entsprechend darauf reagieren zu können, sorgt bei Bankkunden für Einsparungen in Millionenhöhe.

 

Tatsächlich gab die Finanzaufsichtsbehörde FCA 2015 bekannt, dass aufgrund von Sprachnachrichten und mobiler Bankgeschäfte die Gesamtsumme der Überziehungsgebühren um bis zu 24 % gesenkt werden konnte.

 

Diese Entwicklung spiegelt die anhaltende Abkehr von physischen Bankdienstleistungen wider. Weltweit mischen neue Banken wie Fidor, Number 26, Tandem, Mondo und viele weitere mehr, die nur als digitales Gebilde rund um Apps existieren, das etablierte Bankenfeld gehörig auf.

 

Die beliebteste „geschäftliche“ Verwendung von SMS-Nachrichten dient zur Zeit der Passwortbestätigung im Rahmen von Zwei-Faktoren-Authentifizierungen.

 

Die Zukunft der A2P-Nachrichten

 

SMS-Nachrichten gehen wahrlich aufregenden Zeiten entgegen – dank ihrer unerreichten Vielseitigkeit und der Einfachheit ihrer API-Integration. Dadurch werden SMS für Unternehmen immer bedeutender für eine immer größere Anzahl kundenbezogener Aufgaben, doch könnte dies erst der Anfang sein.

 

Die vermehrte Verwendung von IdD-Geräten basiert ganz wesentlich auf Konnektivität. Darüber hinaus prognostiziert Machina Research, dass bis 2024 2,2 Milliarden Geräte über mobile Netzwerke miteinander verbunden sein werden. Und wie wird wohl ein vernetztes Auto, um nur ein Beispiel zu nennen, einem Servicetechniker mitteilen, dass etwas nicht in Ordnung ist? Natürlich mittels SMS.

 

Doch könnte die nächste Phase des A2P-Wachstums noch größere Umwälzungen in der Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen mit sich bringen – den Wechsel hin zu „gesprächsbasierten“ Geschäften. Darunter versteht man textbasierte Kommunikationen zwischen einem Kunden und einem Unternehmen in Echtzeit – ganz wie bei einem Gespräch.

 

Im Wesentlichen werden Kunden damit in die Lage versetzt, mit einem Bot wie mit einem echten Menschen zu „chatten“. Nach weitverbreiteter Ansicht könnten gesprächsbasierte Geschäfte die nächste Phase der Marken- / Konsumentenkommunikationen definieren und Nachrichtenapps – und damit SMS – noch stärker in den Lebensmittelpunkt der Menschen rücken.

 

Autor: Rob Malcolm, SVP Global Marketing bei CLX Communications

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