4th - Okt - 2017

RCS, das SMS-Reboot

Graphic of a computer next to a pen and a calendar

Der vom Industrieverband der internationalen Mobilfunkanbieter GSMA entwickelte Messaging-Standard Rich Communication Services (RCS) wurde ursprünglich 2007 zur Diskussion gestellt. Er versprach ein MMS-Erlebnis für Business-to-Consumer-Messaging, schaffte jedoch nie wirklich den Absprung. Dagegen setzte sich das SMS-Enterprise-Messaging durch. Mit gutem Grund: Es ist einfach, verlässlich und arbeitet auf jedem Gerät, ungeachtet des Netzwerks (Ovum prognostiziert, dass die Zahl der Enterprise-Nachrichten von 1,16 Billionen 2016 auf 1,28 Billionen 2019 steigt).

Dies könnte sich nun jedoch ändern. RCS erhielt Anfang des Jahres neuen Aufschwung, als Google ankündigte, es sei geplant, RCS-Messaging als native Funktion von Android-Smartphones zu implementieren, als Motor für die erst kürzlich eingeführte App Android Messages. Mit einer steigenden Zahl an Mobilfunkanbietern und OEMs, die sich einverstanden erklärten, diese zu ihrer Standard-Messaging-App zu machen (z. B. Sprint in den USA, Telenor in Europa und Asien), wurde dem RCS-Standard neues Leben eingehaucht.

Warum ist RCS eine Verbesserung gegenüber SMS?

Obwohl SMS weiterhin die Hauptstütze für Enterprise-Messaging bleiben wird, hat es in puncto Innovation nur winzige Fortschritte gemacht. Für bestimmte Funktionen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist das in Ordnung. Eine einfache, unkomplizierte (aber sichere) Kommunikation zwischen einem Nutzer und beispielsweise dessen Bank ist all das, was benötigt wird.

Marken und Hersteller, die jedoch Methoden suchen, um Verbraucher mit reichhaltigen, funktionelleren Inhalten oder beispielsweise in einem Chat-Szenario anzusprechen, kommen mit SMS nicht weiter. RCS-Messaging bietet diese Funktionen und ein Nutzererlebnis. Die Nachrichten können in Farbe übermittelt werden, Bilder, interaktive Menüs und Karten enthalten und automatische Chatbot-Features bieten.

Eine einfache Nachricht, um einen Reisenden per SMS an seine Flugzeit zu erinnern, wird zu einem dynamischen Markenerlebnis, das einen QR-Code für das Boarding, einen Chat mit Service- oder Airline-Mitarbeitern, wegweisende Karten für den Flughafen und Schnellantwort-Buttons zum Ändern einer Einstellung enthalten kann, alles in der übermittelten Nachricht.

Es wird zunehmend offensichtlicher, dass Unternehmen bereit sind, die Vorteile in Anspruch zu nehmen, die RCS bietet. Der von Ovum in Zusammenarbeit mit CLX und Symsoft entwickelte Enterprise Messaging Survey untersucht den Markt der Business-to-Consumer-Kommunikation. Es wurde festgestellt, dass einer von drei Antwortenden (36 %) plant, RCS für das Enterprise-Messaging einzusetzen.

Von den Unternehmen, die bereit sind, RCS in Anspruch zu nehmen, bestätigen 94%, dass die Fähigkeit, eine umfangreiche Kommunikation mit Bildern und Videos zu liefern, ausschlaggebend war. 89% sind dagegen daran interessiert, RCS zu nutzen, um ihren Organisationen zu ermöglichen, Chatbot-basierte Kommunikationsinteraktionen mit ihren Kunden zu starten. Weiteren 83% gefiel die Tatsache, dass RCS einen Ortungsservice für relevantere und dynamischere Nachrichten ermöglicht.

Transaktionen mit RCS-Nachrichten waren ebenfalls ein Vorzug für einige Unternehmen. 61% bewerteten die Tatsache, dass RCS die Integration mit Zahlungsplattformen unterstützt, als positiv, was M-Commerce-Möglichkeiten beispielsweise für spezifische Aktionen erschließt.

Die Möglichkeit für verbessertes Branding mit RCS war für 86% der Antwortenden attraktiv. Beispielsweise die Möglichkeit, den vollen Namen eines Unternehmens als Sender-ID anzuzeigen, wogegen SMS-basierte Sender-IDs eine beschränkte Zeichenlänge aufweisen, was bedeutet, dass der Name oft abgekürzt wird und vom Empfänger der Nachricht als verdächtig eingestuft werden kann.

Es gibt überzeugende Hinweise darauf, dass Unternehmen an Sicherheitsfunktionen und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) interessiert sind. 75% der Antwortenden sagen aus, dass Schutz vor Betrug der Hauptgrund für den Einsatz von RCS ist. Dieser Anteil steigt im Finanz- und öffentlichen Bereich auf 80%. Für Unternehmen ist es auch wichtig, wo und von wem sie ihre Messaging-Dienste beziehen. 64% der Antwortenden geben an, dass sie telekommunikationsbasierten Diensten mehr trauen als Chat-Apps, was vermutlich auch für Verbraucher gilt.

Interessant ist, dass Unternehmen die erweiterten Funktionen, die RCS bietet, deutlich wertschätzen und bereit sind, einen Aufschlag dafür zu bezahlen. Mehr als die Hälfte der Antwortenden (56%) würden das 1,5- bis 3-Fache des Preises einer normalen früheren SMS-Nachricht bezahlen.

Den Surveyergebnissen zufolge bewegen sich die Unternehmen auf eine neue Ära mit zunehmend interaktiven Formen des Enterprise-Messaging als Teil einer Mischung von Enterprise-Messaging-Optionen zu, die für einige Funktionen SMS und Chatbots umfassen, für andere RCS. Das Wachstum interaktiverer Messaging-Formate wirkt sich zweifelsohne auf die Business-Apps aus, und es werden bereits einige Kommentare laut, die das bestätigen. Warum sollten Sie auch einen relativ hohen Anteil Ihres Budgets für die Entwicklung einer App ausgeben, deren Funktionen Sie wirkungsvoller mit einer Nachricht erzielen können?

Laden Sie den vollständigen Ovum-Enterprise-Messaging-Survey – Mapping the Future of Enterprise Messaging: SMS, RCS and Chat bots hier herunter.

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